Tagesstory  

..."wie begrüesst mer eigetli en Bundesrat???"

21. Mai 2003, 03:39 

Was wäre ein solches Turnier ohne den Besuch eines ranghohen Politikers oder sonstiger Prominenz? Für das Spiel Schweiz-Tschechien hat kein geringerer als der Sportminister selber, Bundesrat Samuel Schmid seinen Besuch angekündigt. Kurz vor Spielbeginn traf er dann auch in der Mooshalle ein. Begrüsst und eskortiert von Swiss Unihockey-Zentralpräsident Renato Orlando schritt der Sportminister unter Applaus in die Halle. " Lueg da, dä Sämu", war dabei zu hören oder " hee das isch de..hm...de ...Bundesrat dött...de Schmid..." meinte ein Viertklässler aus Muri. Nationaltrainer Thomas Rieben stellte Bundesrat Schmid die Schweizer Spielerinnen vor..und wie so üblich schüttelte man dem Ehrengast etwas verlegen die Hand. Zwischendurch unterhielt sich Samuel Schmid mit der einen oder anderen Akteurin und hatte dabei sichtlich Spass. Ungelüftet bleibt dabei aber trotzdem ein Geheimnis! Für die Mannschaft war dies kein überraschender Besuch. Das Team wusste schon länger Bescheid und schon länger war so manche Spielerin im Dilemma, wie man wohl einen Bundesrat grüssen soll ...sagt man da wohl eher " Grüezi Herr Bundesrat" oder "Guete Abig Herr Schmid"... sogar ein " Salü Sämi" soll man sich überlegt haben. Die Spielerinnen werden sich wohl am Ende eher für die ersten beiden Varianten entschieden haben.

Auch am 3 Tag der Damen-WM ist eines klar geworden. Bundesrat oder nicht: Die Fans, die Kids und auch die etwas älteren geniessen den engen Kontakt zu den Spielerinnen. Vor allem die vielen Schulklassen, welche für gute Stimmung sorgen, scheinen besonderen Gefallen an den Spielen und den Begegnungen mit den Spielerinnen zu finden. Regelrechte Autogrammjäger sind sie die Kleinen: Jede Spielerin egal von welcher Nation muss sich auf ihren Papierchen verewigen. Selbst Masseure, Team Betreuer etc. jeder muss einfach. Das Wort Autogrammjäger ist in gewissen Fällen sogar nicht mal übertrieben. Beispiel: Die Schwedische Mannschaft ist bereit zum Einlaufen und versammelt sich auf dem Schulplatz der Moosanlage. Zunächst unentdeckt... aber nicht für lange. Und schon geht es los...Die Mannschaft hat zum Jogging angesetzt...hinter ihr drei bis vier Knaben, welche mit Papier und Filzstift mitlaufen und immer wieder den laufenden Spielerinnen ihre Autogrammwünsche so quasi überbringen...auch das ist die WM 2003. Die Kinder sind begeistert. Spiele mit vielen Toren und schönen Spielzügen sind beste Werbung für die Sportart....Ziel also erreicht.

Noch nicht ganz an ihrem ersten Teilziel, die Halbfinalqualifikation ist die Schweiz angelangt. Der klare Sieg über Tschechien hat zwar die Zuschauer begeistert. Das Publikum war in der Tat phanthastisch. Von der ersten Minute an Begeisterung pur auf den Rängen...die Spielunterbruchfüller " und dann die Hände (klatsch klatsch)... zum Himmel..." oder " iaiaiao... i a i a i a o" leisteten ihren Beitrag. Die Stimmung um das Team ist gut, die Mannschaft wird frenetisch angefeuert....ja das ist das Schweizer Publikum, das es braucht. Und wie wichtig, dass die Zuschauer für das Team sind, beweist die Aussage von Nationaltrainer Thomas Rieben: " D' Fäns si hütt..würkli die 7. Frou uf em Fäld gsi...das hett ois zum Sieg treiht..." Also Schweizer Fans...auch ihr seid Teil des Erfolges...Vollgas heisst die Devise....