Vorschau Team Norwegen

Operation Bronzemedaille-Verteidigung

Die Schweizerinnen haben keine guten Erinnerung an die letzte Begegnung gegen Norwegen. Es war in Riga und es lief der kleine Final oder noch genauer das Spiel um Platz drei an der WM 2001 in der lettischen Hauptstadt Riga. Die Schweiz führte knapp zehn Minuten vor Schluss mit 3:1, alles schien seinen erwarteten Lauf zu nehmen und vor allem schien die Partie schon frühzeitig entschieden zu sein... denkste! Norwegen rappelte sich auf und machte noch aus dem schier unmöglich Geglaubten noch das Mögliche und gewann das Spiel am Ende mit 4:3. Die Norwegerinnen feierten diese Medaille schon fast wie einen WM-Titel für die Schweiz blieb nur eine herbe Enttäuschung. Damit stellte Norwegen unter Beweis, dass es immer gut für eine Überraschung ist. Und mit diesen Absichten reisen die Norwegerinnen im Mai in die Schweiz. Die Mannschaft hat sich im Vergleich mit jener von Riga kaum verändert. So weit so gut und dieses könnte am Ende auch ein Vorteil sein. Aber das Team wird daher nicht jünger. Gewisse Athetinnen spielen zwar in Schweden und damit in der besten Liga der Welt, aber die Routine alleine macht es nicht aus. Trotzdem wird Norwegen an der WM in der Schweiz nur ein Ziel haben. Die Bronzemedaille von Riga zu verteidigen. Allerdings scheint man öhnlich wie die Schweiz von Up and Downs zu leben. Nach einem ausgzeichneten 1:1-Unentschieden verlor man im Februar in Stockholm gegen den WM-Favoriten Schweden einen Tag später klar mit 12:2. Bis zu den Weltmeisterschaften wird sich die Mannschaft von Trainer Roger Pettersen zu äusserst vielen Zusammenzügen treffen. Obschon Norwegen sicher die schwächste skandinavische Mannschaft in der A-Gruppe ist, unterschätzen darf man sie nicht. Die Schweiz kann davon ein Lied singen.

Die Schlüsselspielerinnen

Ein Name prägt das norwegische Team ganz klar. Birgitte Lersbryggen. Es gibt einige adjektive, um die blonde Ausnahmekönnerin zu beschreiben: stark, brilliant, trickreich aber auf der anderen Seite auch sensibel und launisch. Birgitte Lersbryggen ist zweifelsohne auch in der schwedischen Liga ein Star. Die Stürmerin und Mannschaftskollegin von Marisa Mazzarelli bei den Balrog Oilers kann mit ihrer brillianten Technik und ihrem harten Schuss Spiele entscheiden. Ihr Temperament spielt ihr aber zwischendurch so manchen Streich. Lersbryggen ist sicherlich das Ass im Ärmel für Norwegen, ihr ist alles zuzutrauen. Vor allem aber ganz sicher eine gute WM. Neben "Big", wie Lersbryggen auch genannt wird, spielen Jeanette Grölz ebenfalls von Balrog, Linda Kristiansen von den Red Ants aus Winterthur, Ingrid Gigstad von Tunet sowie Inger Lise Fargenes von Balrog eine wichtige Rolle im norwegischen Team. Da ist viel Routine und Kaltschnäuzigkeit drin und das sind Elemente die für Norwegen wieder von Bedeutung sein können. Zu erwähnen gilt es ausserdem eine Spielerin mit einem echt schweizerischen Namen: Cathrine Pfeuti. Die Wahlnorwegerin, ursprünglich aus dem Kanton Bern spielt bei Akerselva und bestreitet ihre zweite WM für die Rotblauen. Pfeuti freut jetzt schon wieder auf ein Spiel gegen die Schweiz. Das sei ein ganz besonders Gefühl.

Unihockey in Norwegen

Norwegen ist in Skandinavien ganz klar die Nummer 3 und das wird es auch bleiben. Seit Jahren steht man im Schatten der grossen Unihockey-Nationen Schweden und Finnland. Der dritte Rang an der WM 2001 war aber der grosse Erfolg für das Damen-Team. Insgesamt sind in Norwegen rund 5000 Spielerinnen und Spieler lizenziert. Alles in allem gesehen eine doch kleine Zahl. Zu den stärksten Teams in der obersten Damen-Liga zählen zweifelsohne neben Akerselva, auch Tunet und Holmlia. Und es sind auch Tunet und Holmlia welche wohl den Titel unter sich ausmachen werden. In Norwegen wird es auch bei den Damen neu ab der kommenden Saison eine Elitedivision geben. Ein erster erfolgreicher Schritt den Damen-Unihockeysport im Lande noch populär zu machen. Insgesamt gibt es in Norwegen über 200 Clubs.

Prognose für die WM 2003

Die Norwegerinnen spielen in der Gruppe 2 gegen Schweden, Lettland und Deutschland. Der zweite Gruppenrang dürfte eigentlich kein Problem sein. Im Halbfinal ist dann alles möglich. Trotzdem, mehr als der kleine Final, also Spiel um Rang drei sollte auch diesesmal nicht herausschauen. Und das ist wahrscheinlich auch das erklärte Ziel der Norwegerinnen.

Norges Bandyförbund (NBF)
Homepage des Norwegischen Verbandes